Anna Troia in Hängematte

Umzug oder: Warum ist die Erlaubnis von außen so wichtig?

„You can let go of your house“,

sagte er auf einem Spaziergang durchs Dorf zu mir.

Wir gingen gerade an einem Restaurant einer Freundin von mir vorbei und dieser Satz wirkt ähnlich wie der Geruch nach selbstgemachten asiatischen Dumplings nach. Doch während die süß-scharfen Duftnoten nachlassen, mag dieser Satz nicht gehen. Er wird aus sämtlichen Blickwinkeln angeschaut.

Was bedeutet das jetzt?
Kann ich wirklich die Miete meiner zu Beginn so geliebten Cabaña aufgeben?
Wir wohnen jetzt einfach zusammen und das ist es?


Waren wahrscheinlich nicht die einzigen Gedanken, die ihren Weg so zu mir fanden.
Mehrere Monate haben wir zu diesem Moment schon zusammen verbracht. Mein Häuschen habe ich nur ab und zu mal besucht, um ein paar Klamotten auszutauschen oder Aloe Vera und Papaya im Garten zu ernten. Nichts hielt mich hier länger als ein paar Stunden.

Seit Wochen war da ein Bewusstsein, dass etwas sich nicht mehr passend, ja sogar schwer anfühlt. Das lag nur bedingt an der für den Kopf „unnötigen“ zusätzlichen Miete. Doch mir selbst einfach so zu erlauben, das zu ändern, schaffte ich nicht. Die Veränderung war längst passiert. Und trotzdem war etwas nicht bereit, ganz loszulassen. Bis die Erlaubnis von Außen kam in Form dieses Satzes: „You can let go of your house“. 

Ach, so einfach ist das also. Ein Satz und alles ist geklärt fürs Herz. Der Kopf brauchte noch etwas, bis er nachkam. Jetzt nach ein paar Wochen offiziellem Zusammenleben, scheinen auch Herz und Kopf am selben Ort eingezogen und im Frieden mit der alten und doch neuen Wohnsituation zu sein. Sie sind sich einig: Das hat sich natürlich entwickelt. Das ist stimmig.

In diesem Beitrag soll es aber gar nicht um meinen Umzug gehen, sondern genau um diese Erlaubnis, die wir uns im Leben und damit auch der Selbstständigkeit selbst oft erst so spät schenken. Manchmal sogar erst dann, wenn jemand anderes – meist ein Mensch mit einem Gespür für das, was wahr ist – es für uns ausspricht.

Was hast du dir heute, diese Woche oder dieses Jahr bereits erlaubt?
Vielleicht sogar noch wichtiger: Was nicht? Und Warum?

Wenn ich so auf die letzten 5,5 Jahre in der Selbstständigkeit blicke, scheint die Stimme der Erlaubnis in mir immer lauter zu werden. Ganz besonders in den letzten beiden Jahren führte sie mich weg von klassischen Angeboten oder Funnels und hin zu Räumen, in denen die richtigen Menschen einfach zu mir finden. Auch diese Website entspricht wahrscheinlich oder sogar ganz sicher den wenigsten Best Practices, die ich in meiner Marketingzeit so gelernt habe. Aber sie entspricht mir. Und wenn das keine Form von Erlaubnis ist, dann weiß ich es auch nicht.

Erlaubnis ist nicht immer eine große Entscheidung wie ein Umzug oder die Kündigung eines Jobs. Sie steckt oft in den kleinen Momenten des Alltags. Ein Geschenk, das wir uns immer wieder aufs Neue machen können. Dafür brauchen wir keine Person im Außen. Aber manchmal hilft es, wenn jemand ausspricht, was sich für uns längst wahr anfühlt. Und vielleicht erlaubst du dir ja, es mit diesen Worten zu empfangen:

You can let go of your house.

Du weißt wahrscheinlich schon, welches Haus damit gerade gemeint ist. Und wenn nicht, vielleicht magst du ja einfach mal kurz innehalten und hinspüren. Auch das ist Erlaubnis. 

Mehr Worte oder große Botschaften möchten gerade nicht zu mir finden. Also erlaube ich mir mal, mit ganz viel Herz diesen Beitrag genau hier bei dir zu lassen.

Artikel teilen

Der Artikel könnte interessant für dein Netzwerk oder Bekannte sein?
Dann teile ihn sehr gerne – vielen Dank!

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner